Josef Schmid hat seine Schäfchen in Ottenhofen in seiner Freizeit betreut und diese Aufgabe stets als Berufung wahrgenommen. josef-schmidAlle Festredner dankten ihm für dieses außerordentliche Engagement. Gestern wurde der 71-Jährige mit einem großen Fest in der Josef-Vogl-Halle in den Ruhestand verabschiedet.

Der Geistliche arbeitete 27 Jahre als Religionspädagoge am Markt Schwabener Gymnasium. „Ich bin gerne in die Schule gegangen, die jungen Leute haben mich jung gehalten“, sagt er. Zugleich war Schmid in Ottenhofen ein Pfarrer mit Leib und Seele. Eineinviertel Jahre hat er zudem die Pfarrei Neuching mitbetreut. „Ich war immer gut ausgelastet. Mir ist nie langweilig geworden“, erzählte Schmid im Pressegespräch. Mit beiden Gemeinden und der Kirchenverwaltung habe es ein sehr gutes Miteinander gegeben.

Während Pfarrer Schmids Amtszeit wurden die drei Gotteshäuser der Gemeinde renoviert und zwei neue Orgeln für Ottenhofen und Unterschwillach angeschafft. Bei der Glaubensvermittlung sei ihm die Sinnfrage besonders wichtig gewesen und auch, für alle da zu sein – „nicht nur für die regelmäßigen Kirchgänger“. Das Osterfest in Unterschwillach, die Kindermette und der St. Martins-Umzug, „wo das ganze Dorf auf den Beinen ist“, sind für Schmid kirchliche Höhepunkte.

Dass der Pfarrer ein Herz für Kinder hat, führte Bürgermeister Ernst Egner aus. Schmid sei es maßgeblich zu verdanken, dass die Gemeinde 1992 endlich einen Kindergarten bekam. Der Pfarrer habe sich dafür eingesetzt, dass die kirchliche Einrichtung auf dem Stiftungsgrund gebaut wurde. Egner erinnert sich gerne an die gemeinsamen Termine und Gespräche. „Ich habe mit Freude in die Vergangenheit geschaut und blicke mit Sorge in die Zukunft“, so der Gemeindechef. Denn die Zukunft der Pfarrei sei derzeit ungewiss. Pfarrer Schmid hat seinen Pensionssitz in Aufkirchen. Dort will er bei Bedarf seelsorgerisch aushelfen und Gottesdienste übernehmen.

In seiner Freizeit möchte er verreisen und sporteln. Schmid radelt, fährt Ski und geht gerne schwimmen. Auch auf Mußestunde für Lektüre freut er sich und greift dann zu Fachliteratur oder historischen Romanen. Für diese Steckenpferde hat der 71-Jährige nun wieder mehr Zeit. (vev)

Aus dem Erdinger Anzeiger vom 20.09.2009