Bei seinem Amtsantritt im Jahre 2008 hat unser jetziger Oberhirte Dr. Reinhard Marx die bereits erarbeiteten Modelle und Planungen übernommen, und zugleich die Notwendigkeit gesehen, sie zu vertiefen und stärker mit einem umfassenden Prozess einer geistlichen Neuorientierung zu verknüpfen. Daraus entwickelte sich das Projekt „Dem Glauben Zukunft geben“ durch die Mitglieder der Zukunftsforum.

Als Ergebnis dieses neuen Struktur- und Personalplanes sieht dieser bis zu seiner endgültigen Umsetzung ca. 43 Einzelpfarreien und etwa 230 Pfarrverbände vor.

Das wird sicherlich ein gravierender Einschnitt, der nicht nur die Strukturen, sondern auch die Seelsorge berührt, nicht zuletzt durch den sich in Zukunft immer stärker bemerkbar werdenden Priestermangel in unseren Breiten. Doch durch die Bildung von Seelsorgeeinheiten kann auf lange Frist gewährleistet werden, dass die Leitung einer solchen Einheit bzw. eines Pfarrverbandes stets einem Priester als Pfarrer übertragen werden kann. Dabei sollte es keine Rolle spielen, ob es sich dabei um einen deutschen oder einen ausländischen Priester handelt. Denn wie sagte doch unser hochwürdigster Herr Erzbischof in einem Interview gegenüber dem Münchner Presseclub kurz vor Weihnachten: „Für die Kirche gebe es keine Ausländer, sondern nur Menschen“!

Anschließend besuchte der Bischof den katholischen Kindergarten St. Katharina, sprach mit den Erzieherinnen der Einrichtung und segnete die Kinder. Dann traf sich der Herr Weihbischof mit den beiden Bürgermeistern unserer Gemeinden zu einem Gedankenaustausch, was bei einem gemeinsamen Mittagessen abgerundet wurde.

Im Laufe des Nachmittags führte Weihbischof Dr. Haßlberger Gespräche mit den jeweiligen Angestellten der beiden Kirchenstiftungen, nahm Wünsche und Anregungen entgegen und besuchte die Filialkirchen Unterschwillach und Siggenhofen. Dabei bot sich für die Gläubigen die Möglichkeit, dem Bischof persönlich zu begegnen und mit ihm zu sprechen.

Nach einer kleiner Brotzeit bewegte sich die Visitation auf den Höhepunkt des Tages zu, nämlich den gemeinsamen Festgottesdienst in unserer Pfarrkirche St. Martin in Oberneuching, zelebriert von unserem Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger, gemeinschaftlich gestaltet von allen Kirchenchören, den Ministranten aller fünf Zelebrationsorte und Lektoren beider Pfarreien. In diesem Gottesdienst wurde dann die offizielle Pfarrverbandgründung zum 1. April 2012 bekanntgegeben.

Zum Abschluss des Tages fanden sich schließlich noch die Mitglieder der beiden Kirchenverwaltungen und die Pfarrgemeinderäte Neuching und Ottenhofen zu einem Gedankenaustausch im Pfarrsaal ein, und um noch offene Fragen zu diskutieren.

Alles in allem war es für unsere beiden Pfarreien bzw. unseren künftigen Pfarrverband ein gelungener Tag. Somit wünschen wir uns für die Zukunft, dass wir gut zusammenwachsen, denn es ist nicht immer leicht, Menschen für neue Aufgaben zu gewinnen. Doch dass wir auf einen guten Weg sind, haben wir in den letzten zweieinhalb Jahren bereits bewiesen, denn seit unser Pfarrer Pater Pius seit Oktober 2009 unsere beiden Pfarreien seelsorgerlich betreut, hat er dafür die Weichen bereits erfolgreich gestellt und seine Aufgabe hervorragend gemeistert, denn so ein Pfarrverband bringt auch viele Veränderungen mit sich.

Eva-Maria Kressierer