Stellungnahme des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden zum Abschied von Pater Pius, verlesen beim Pfarrgottesdienst am 09.05.2013:

Sehr geehrter Hr. Pfarrer Dr. Schwarzhuber, ich möchte Sie im Namen aller ganz herzlich bei uns begrüßen.

Danke, daß Sie sich für uns Zeit genommen haben um mit uns diesen Gottesdienst zu feiern. Begrüßen möchte ich auch die Pfarrverbandsmitglieder aus der Pfarrei Ottenhofen, die sich zu uns nach Neuehing auf den Weg gemacht haben.

Unser einjähriger Pfarrverband wird nun schon am Anfang mit der Abberufung von Pater Pius auf eine harte Probe gestellt.

Am 26. Januar benachrichtigte mich Pater Pius, daß sein Antrag auf Aufuahme als Priester in unsere Diözese abgelehnt wurde.

Daraufhin rief ich im Ordinariat an und sprach mehrmals persönlich vor.
Mir wurde erklärt, daß der Orden Pater Pius zum 31.August zurückhaben möchte und sich das Ordinariat diesem Wunsch nicht so einfach entziehen kann und will.

Auch wenn Pater Pius den Orden verlassen würde, sei noch keine Entscheidung getroffen, ob das Erzbistum Ihn aufuehmen würde.

Nach einer kurzfristigt einberufenen gemeinsamen Versammlung im Februar zusammen mit Ottenhofener Pfarreimitgliedern wurde ein Brief an den Generalvikar und weitere Personen geschickt, mit der Bitte, Pater Pius in unserem Pfarrverband zu belassen.

Wir schrieben in den Brief, daß wir mit ihm sehr zufrieden seien und uns wünschen, daß er bleiben darf.

Ich erhielt daraufhin einen Gesprächstermin mit unserem Generalvikar.
Er erklärte mir, daß unser Einsatz sehr wohl positiv zur Kenntnis genommen und auch beachtet wird, aber da es hier um Personalangelegenheiten handle, könne und dürfe er uns nur eingeschränkt informieren.

Es zeichnete sich dann aber ab, daß Pater Pius zum 31.August den Pfarrverband verlassen muss. Bei einem weiteren Gesprächstermin Ende März wurde mir mitgeteilt, daß der Orden Pater Pius zurückhaben möchte und aus verschiedenen Gründen beschlossen wurde, Pater Pius nicht als Priester in unserer Diözese aufzunehmen.

Es folgten weitere öffentliche Aktionen, welche das Ordinariat umstimmen sollten,
letztlich aber keine Wirkung zeigten, und dann auch auf unsachliche Anschuldigungen innerhalb des Pfarrverbands hinausliefen.

Fakt ist, daß sich das Ordinariat zu einer Aufuahme nicht nötigen lassen wollte und Pater Pius sich nicht mit dem Ordinariat einigen konnte.

Daß wir als Pfarrgemeinden dabei auch die Leidtragenden sind, ging dabei fast unter. Nachdem die Ungereimtheiten vor Ort immer undurchschaubarer wurden, nahm diese das Ordinariat zum Anlass, den Orden zu bitten, ihn zum 31.05 zurückzuholen.

Dieser Aktion setzte uns vor Ort, aber auch das Ordinariat, unter Zugzwang.
Ich bat daraufhin die Zuständigen im Ordinariat, uns eine kurze aber, offizielle Verlautbarung zukommen zu lassen, welche dann am vergangenen Wochenende in den Gottesdiensten verlesen wurde.

Mein Wunsch, daß heute jemand aus dem Ordinariat kommt, war etwas zu kurzfristig angedacht.

Letztendlich ist die Sache gelaufen, man kann im Leben nicht alles erzwingen und trotzdem geht es weiter!

Ich habe die zuständigen Personen im Ordinariat noch vor einigen Wochen, nach Absprache mit Pater Pius, gebeten, ihm keine Steine für eine Bewerbung bei einem anderen Bischof in den Weg zu legen.

Dabei wurde mir glaubhaft versichert, daß das nicht geschehen werde.
Wir sollten uns jetzt wieder auf unseren Pfarrverband konzentrieren und den eingeschlagenen Weg zusammen weitergehen.

Max Wittmann