Gleich zwei Jubiläen standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs am Sonntag im Pfarrsaal in Oberneuching. Dekan Michael Bayer feierte seinen 51. Geburtstag, und seit 40 Jahren ist Gastgeber Max Wittmann. Mitglied des Pfarrgemeinderats, seit vielen Jahren auch Vorsitzender. Wie lange genau, das weiß er gar nicht. „Das ist aber auch gar nicht wichtig. Viel entscheidender ist, dass wir im Team zusammenarbeiten“, sagt der 56Jährige.

Applaus für den Chef: Seit 40 Jahren ist Max Wittmann (stehend, I.) Mitglied im Neuchinger Pfarrgemeinderat, davon seit vielen Jahren auch Vorsitzender. Seine Kollegen sowie Kreisdekan Michael Bayer (2. v. r.) gratulierten. FOTO: DANIELA ODLACH

Auch müsse niemand perfekt sein. „Aber wir sollen uns auf den Weg machen, unsere Aufgaben zu erfüllen“, so Wittmann. Er sprach auch die Kommunalwahl am 15. März an. „Vor allem viele junge Menschen machen sich auf den Weg, und sie werden ihre Sache auch gut machen“, ist er überzeugt.

„Wir wünschen dir viel Segen auf all deinen Wegen“, sang der Chor und gratulierte damit musikalisch Dekan Bayer zum Wiegenfest. Das neue Jahr stehe vor vielen Herausforderungen. Miteinander ins Gespräch kommen, denken und handeln sei unabdingbar. „Die Gescheitheit hat keiner alleine gepachtet“, so der Kreisdekan und sorgte damit für einige Schmunzler.

Ernst hingegen ist das Thema „Schutzkonzept“ für Kinder und Jugendliche, das sie vor Missbrauch schützen soll. „Wir müssen die Augen aufmachen, wenn etwas schief-läuft“, so Bayer. „Damit gesehen und nicht weggeschaut wird, wenn etwas im Argen liegt.“ Es sei aber kein starres Konzept, sondern zukunftsorientiert.

Im vergangenen Jahr habe man zudem mit einem neuen Pastoralkonzept begonnen. Dabei sollen Angebote überprüft und entsprechend den Bedürfnissen angepasst werden. Wichtig sei, die Zielgruppen in den Blick zu stellen. Beispiele könnten Kindergottesdienste sein, wenn beim Nachwuchs Handlungsbedarf besteht. Das sei aber überwiegend Aufgabe der Pfarrgemeinderäte. Die Neuchinger Räte gratulierten dem Vorsitzenden Wittmann und bedankten sich für die Zusammenarbeit.

Der Personal- und Stellenplan für das aktuelle Jahr verheiße nichts Gutes. Die Stelle von Gemeindereferentin Rosemarie Huber, die in Rente geht, werde nicht nachbesetzt (wir berichteten). Und laut Bayer werden in der Diözese in den nächsten Jahren etliche Geistliche in den Ruhestand gehen. „Man wird noch einige Einschränkungen hinnehmen müssen“, ist er überzeugt. „Wir werden im März für das Dekanat Erding und Dorfen schauen, wie das umgesetzt werden kann.“

Nicht gerade leichter macht die Einführung der Umsatzsteuerpflicht für Kirchen nach EU-Recht die Arbeit in den Gremien. „Aber es macht keinen Sinn, sich dagegen zu sperren“, betonte er. Umso wichtiger sei es, „Vergelt’s Gott zu all jenen zu sagen, die sich Tag für Tag engagieren, und positiv nach vorne zu schauen, auch wenn man sein Sackerl zu tragen hat.“

Danke an alle Ehrenamtlichen, sagte auch Hans Peis bei seinem letzten Neujahrsempfang als Bürgermeister. „Lebens- und Arbeitswelten verändern sich in rasender Geschwindigkeit. Was vor 30 Jahren vielleicht noch Science-Fiction war, ist heute Realität.“ Umso wichtiger sei es, Kindern Werte mit auf den Weg zu geben. Zudem müsse jeder auf den anderen schauen. „Dann funktioniert Gesellschaft“, war Peis überzeugt. Er sprach kurz aktuelle kommunale Projekte wie den Bau der Sporthalle, das Mehrfamilienhaus am Kam-pelbach und den möglichen Bau eines neuen Kinderhauses an.

DANIELA OLDACH im Erdinger Anzeiger vom 15. Januar 2020