Was bedeutet das für den Pfarrverband?
Für den Pfarrverband St. Anna im Moosrain dürfte die Zeit nach Michael Bayer vor allem eines bedeuten: mehr Zusammenarbeit, weniger klassische „Ein-Pfarrer-Strukturen“ und eine stärkere Rolle von Ehrenamtlichen.
Öffentlich ist bislang keine endgültige Nachfolgeregelung bekannt geworden. Allerdings zeigen die Entwicklungen im Erzbistum klar die Richtung: Bereits 2022 hatte Bayer selbst darauf hingewiesen, dass „in der Seelsorge immer weniger“ Personal vorhanden sei und man vieles über Ehrenamtliche aufrechterhalten müsse.
Der Pfarrverband wurde 2018 bewusst als größere Einheit gegründet, um Kräfte zu bündeln und langfristig handlungsfähig zu bleiben. Schon damals betonte Bayer, dass die einzelnen Gemeinden ihr eigenes Profil behalten, aber gemeinsam stärker werden sollen.
Wahrscheinlich sind daher mehrere Entwicklungen:
- weniger Präsenz eines einzelnen „klassischen Dorfpfarrers“
- stärkere Leitung im Team (Pfarrer, Diakone, Verwaltungsleiter, pastorale Mitarbeiter)
- mehr Verantwortung für Pfarrgemeinderäte und Ehrenamtliche
- gemeinsame Gottesdienst- und Veranstaltungsplanung über Ortsgrenzen hinweg
- stärkere Vernetzung mit anderen Pfarrverbänden im Dekanat Erding
Gleichzeitig hat Erzdiözese München und Freising in den letzten Jahren die Dekanate und Seelsorgestrukturen neu geordnet, um trotz Priestermangels eine flächendeckende Seelsorge zu sichern.
Für die Gemeinden in Moosinning, Neuching, Ottenhofen und Eichenried wird viel davon abhängen,
- ob ein neuer leitender Pfarrer gefunden wird,
- wie stark Ehrenamtliche Verantwortung übernehmen,
- und ob die bisherige Identität der einzelnen Orte erhalten bleibt.
Die Grundidee des Pfarrverbands — „individuell auch im großen Ganzen“ — dürfte jedenfalls bleiben.
(Quellen: Erdinger Anzeiger, wikipedia)