Beim Neujahrsempfang in Oberneuching stand persönliches Engagement im Mittelpunkt.
Das persönliche Engagement eines jeden Einzelnen lässt eine Gemeinschaft entstehen und weiter wachsen: Das war das Credo des Neuchinger Neujahrsempfangs im Pfarrsaal in Oberneuching. Pfarrer Michael Bayer und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Max Wittmann begrüßten zahlreiche Besucher. Persönliche Einladungen hatte es heuer nicht gegeben, jeder war willkommen.
„Macht es Sinn, sich einzubringen?“, fragte Wittmann in die Runde und führte diverse Beispiele an. „Momentan ist viel auf Rückzug, persönliche Befindlichkeiten und Selbstverwirklichung ausgerichtet“, sagte er. „Doch was für den Einzelnen oft bedrückend ist, ist gemeinsam leichter“, gab er gleich darauf die Antwort. So funktioniere Gemeinschaft. Oder wie Mesner Albert Kressirer sagt: „Einer trage des anderen Last.“
Wittmann rührte zudem die Werbetrommel für die Pfarrgemeinderatswahl am Sonntag, 1. März. Bis Sonntag, 11. Januar, nehmen er und sein Team Vorschläge entgegen. Er selbst ist in diesem Gremium seit vier Jahrzehnten engagiert. „An vielen Herausforderungen habe ich echt wachsen dürfen. Und ich habe Gemeinschaft erlebt. Ich gehe mit Zuversicht meinen Weg weiter“, betonte er.
„Wir leben in einer Zeit, die sich stark verändert“, sagte Pfarrer Bayer. Nicht mehr alles lasse sich mit Werkzeugen von gestern lösen. Dies biete aber auch Chancen und neue Entwicklungsmöglichkeiten. „Die Zukunft wird nicht gestaltet, wenn die Not da ist, sondern bevor sie eintritt“, ist er überzeugt. Und das Dekanat schaffe hier die Strukturen: Kompetenzen bündeln, gemeinsam mit Seelsorgern arbeiten und eine neue Vernetzung schaffen.
„Niemand bleibt allein, egal in welchem Ort und in welchem Lebensabschnitt er ist“, versicherte Bayer. „Kirche sinnvoll und nachhaltig gestalten. Die Zukunft ist eine gemeinsame Aufgabe.“
Bürgermeister Thomas Bartl griff Wittmanns Ausgangsfrage „Macht es Sinn, sich einzubringen?“ auf. „Ja, macht es. Das macht Gemeinschaft, ein gemeinsames Leben aus“, meinte er. „Gemeinsam schafft man mehr als allein. Aber man muss auch ein bisschen mehr Demut zeigen. Uns geht es wirklich noch gut“, ist er überzeugt. Trotzdem werde immer gerne geschimpft und gejammert.
Als Dank für dessen jahrzehntelanges Engagement überreichte er dem überraschten Wittmann im Namen der Gemeinde eine Uhr. „Meine letzte Uhr habe ich zur Firmung bekommen. Und das ist schon ein wenig her“, sagte Wittmann und hatte damit die Lacher auf seiner Seite.
Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang von der Gruppe „Wir Musikanten“. Bei Wienern und Weißwürsten gab es noch einen gemütlichen Ratsch. Die Sternsinger stärkten sich noch kulinarisch, bevor sie in die Pfarrgemeinde ausgesandt wurden.