Teil 5 – Verlorene Kunstwerke und ihre Wiederentdeckung
Die Veränderungen von 1966/68 führten auch zum Verlust historischer Ausstattung. Besonders die beiden Seitenaltäre und die Kanzel kehrten nicht in die renovierte Kirche zurück.
Die Suche nach den Seitenaltarbildern
Seit 1994 ist Albert Kressirer Mesner in Oberneuching. Er beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte der Kirche und begann 1999, nach den verschwundenen Kunstwerken zu suchen.
Zwei Darstellungen aus den früheren Seitenaltären konnten wiedergefunden werden. Sie wurden restauriert und bei der Renovierung von 1998 bis 2001 in einen neu gestalteten Seitenaltar integriert. Zwei weitere Bilder blieben verschollen.
Von einem der weiterhin gesuchten Bilder ist bekannt, dass es ein ovales Format hatte. Das andere zeigte die gekrönte Mutter Gottes mit dem Christuskind, einen Mönch und eine Ordensfrau mit einem großen Rosenkranz.
Ein weiteres historisches Bild kommt nach St. Martin
2017 erhielt die Kirche ein weiteres historisches Kunstwerk. Sophie Elisabeth Gräfin von Montgelas und Tassilo Graf von Montgelas überließen der Pfarrei ein restauriertes Gemälde des 18. Jahrhunderts mit der Darstellung der Mutter Gottes mit dem Jesuskind und Engeln.
Das Bild hatte sich zuvor im Familienbesitz befunden und erhielt nach seiner Restaurierung einen Platz in der Pfarrkirche.
Renovierung und Erhaltung
Neben der Wiederentdeckung einzelner Kunstwerke wurden auch die Einrichtungen der Kirche weiter instand gehalten. Dazu gehörte die Renovierung der Sakristei im Jahr 2018.
Die jüngere Geschichte von St. Martin ist damit nicht nur von Veränderungen, sondern auch vom Bemühen um die Erhaltung und Wiedergewinnung historischer Ausstattung geprägt.
Teil 6 – Ausstattung und Orgel
Die heutige Kirche vereint Bauteile und Kunstwerke aus mehreren Jahrhunderten.
Der Hochaltar
Der Hochaltar aus der Zeit um 1765 gehört zu den bedeutenden Kunstwerken der Kirche. Die aktuelle Beschreibung der Pfarrei nennt Matthias Fackler als Schöpfer.
Die Deckenmalereien
Die Deckenmalerei von 1765 prägt den Innenraum. Im Langhaus ist die Himmelfahrt Mariens dargestellt, im Chor der heilige Martin.
Die Martinsgruppe
Die Martinsgruppe aus der Zeit um 1630 gehört zu den ältesten bedeutenden Ausstattungsstücken. Ihre Geschichte ist eng mit den Veränderungen des 20. Jahrhunderts verbunden: vom Hochaltar über die Kriegergedächtniskapelle kehrte sie 1967 wieder in die Pfarrkirche zurück.
Die Orgel
Die heutige Orgel wurde nach der aktuellen Pfarreibeschreibung 2003 von Maximilian Offner gebaut. Auf der Homepage wird sie außerdem als 2003 renoviert und geweiht bezeichnet.
Diese Angabe ist gegenüber älteren oder sekundären Darstellungen vorzuziehen; die Pfarrei-Homepage selbst nennt für St. Martin ausdrücklich das Jahr 2003.
Historische und jüngere Ausstattung
Zur heutigen Kirche gehören damit sowohl der mittelalterliche Baubestand als auch die barocke Ausstattung, die Erweiterung von 1966/67 und die jüngeren Ergänzungen.
Nicht alle historischen Ausstattungsstücke haben die Veränderungen überstanden. Die Suche nach den verlorenen Seitenaltarbildern zeigt, dass die Geschichte der Ausstattung auch nach einer Renovierung weitergeschrieben wird.
Teil 7 – St. Martin im 21. Jahrhundert
Auch im 21. Jahrhundert wird die Pfarrkirche St. Martin genutzt, gepflegt und weiter dokumentiert.
Renovierungen und Erhaltung
Zu den dokumentierten Maßnahmen der jüngeren Zeit gehört die Renovierung der Sakristei 2018.
Daneben wurden historische Kunstwerke restauriert und wieder in die Kirche integriert. Die Suche nach den beiden weiterhin verschollenen Seitenaltarbildern wird ebenfalls dokumentiert.
St. Martin im kirchlichen Leben
St. Martin ist weiterhin Pfarrkirche in Oberneuching. Hier finden Gottesdienste und besondere kirchliche Feiern statt.
Ein Beispiel aus der jüngeren Pfarreigeschichte ist die Firmung am 27. April 2016, bei der 32 Jugendliche in St. Martin das Sakrament der Firmung empfingen. Die Feier wurde von Abt Markus Eller aus Scheyern geleitet.
Seit 1. April 2018 gehört die Pfarrei Neuching zum Pfarrverband St. Anna Moosrain.
St. Martin heute
Die heutige Pfarrkirche ist das Ergebnis einer mehr als 800-jährigen Bau- und Ausstattungsgeschichte.
Ihr Kern wird von der Denkmalpflege in die Zeit um 1200 datiert. Mittelalterliche Erweiterungen, die barocke Umgestaltung des 18. Jahrhunderts und die Erweiterung von 1966/67 sind bis heute am Bau und im Innenraum erkennbar.
Zu den erhaltenen beziehungsweise wieder in die Kirche aufgenommenen historischen Ausstattungselementen gehören unter anderem der Hochaltar, die Deckenmalereien und die Martinsgruppe. Andere Kunstwerke gingen bei früheren Umbauten verloren.
Die Geschichte von St. Martin ist damit nicht abgeschlossen. Die Kirche wird weiterhin genutzt und erhalten; neue Ereignisse und Veränderungen gehören auch künftig zu ihrer Chronik.
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