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Pater Paul Krutschek –  ein Portrait

mit Bildergalerie

Ein neuer Pfarrer kommt in unseren Pfarrverband. Aber wer ist eigentlich der Mensch hinter dem Namen Pater Paul Krutschek?

Seit dem 1. September 2026 ist Pater Paul Krutschek der neue Leiter des Pfarrverbands St. Anna im Moosrain. Für viele ist er kein Unbekannter: Zwölf Jahre lang war er Pfarrer im Pfarrverband Taufkirchen (Vils), wo er mit seiner offenen Art, seinen Ideen und seinem ganz persönlichen Stil viele Menschen erreicht und manches bewegt hat.

Doch Pater Paul ist mehr als „der neue Pfarrer“.

Er ist Priester und Ordensmann, Musiker und Autor, Motorradfahrer und Zeichner. Er hat Instrumentenbau gelernt, Musik studiert, eine Jugendband gegründet, Motorradgottesdienste ins Leben gerufen und als „Taxi-Pfarrer“ Geld für die Romwallfahrt seiner Ministrantinnen und Ministranten verdient.

Und inzwischen gibt es auch im Pfarrverband St. Anna erste ganz persönliche Begegnungen mit ihm. Bei seiner offiziellen Amtseinführung in St. Emmeram in Moosinning zeigte sich ein Pfarrer, der zuhören, diskutieren und die Menschen kennenlernen möchte. Bei seiner ersten Tiersegnung am Kanalkreuz war er dann mit seiner Labrador-Hündin Bella unterwegs und begrüßte die Tiere möglichst auf Augenhöhe und mit Namen.

Hinter all diesen Geschichten steckt ein ungewöhnlicher Lebensweg – und vor allem ein Mensch, den es im Pfarrverband St. Anna im Moosrain neu zu entdecken gibt.

Ein ungewöhnlicher Lebensweg

Paul Krutschek wurde 1980 in Sosnowiec bei Katowice in Polen geboren. Sein Weg zum Priester war keineswegs geradlinig. Bevor er in den priesterlichen Dienst eintrat, erlernte er den Beruf des Instrumentenbauers mit Spezialisierung auf Holzblasinstrumente.

Anschließend studierte er Theologie in Krakau und Musik in Katowice. Nach einem Sprachaufenthalt in Deutschland führte ihn sein Weg zunächst in die Seelsorge im Erzbistum Bamberg. 2014 kam er nach Taufkirchen (Vils), wo er zwölf Jahre lang als Pfarrer wirkte.

Pater Paul gehört der Kongregation der Auferstehung Christi, den Resurrektionisten, an. Sein Ordensleben und sein priesterlicher Dienst bilden dabei das Fundament für all die unterschiedlichen Seiten, die ihn auszeichnen.

Ein Seelsorger, der Menschen begegnen möchte

Vielleicht lässt sich am besten an seinen eigenen Worten erkennen, wie Pater Paul sein neues Amt versteht.

Bei seiner Amtseinführung in Moosinning wandte er sich direkt an die Menschen im Pfarrverband:

„Lasst uns gemeinsam in die Zukunft schauen.“

Er wolle ein Pfarrer „mitten unter Ihnen“ sein – einer, der zuhört, diskutiert und vielleicht auch einmal eine andere Meinung hat. Vor allem möchte er die Menschen und ihre Traditionen kennenlernen.

Seine Aufforderung ist dabei bemerkenswert einfach:

„Reden wir miteinander und nicht übereinander. Lasst uns gemeinsam Kirche werden.“

Darin steckt viel von dem, was auch seine zwölf Jahre in Taufkirchen geprägt hat. Pater Paul versteht Kirche vor allem als Gemeinschaft. Ihm geht es darum, Menschen zusammenzubringen, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam unterwegs zu sein.

Das zeigte sich in Taufkirchen auf vielfältige Weise: in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, in der Ministrantenarbeit, bei Gottesdiensten und Pfarrfesten, aber auch bei ungewöhnlichen Veranstaltungen und Aktionen.

Bei seiner Verabschiedung verglich er das Leben und den Glauben mit einer Motorradfahrt. Nicht allein das Ankommen sei wichtig, sondern auch der Weg dorthin – die Begegnungen, die Erfahrungen und die Menschen, die man unterwegs trifft.

„Der Weg ist das Ziel“, sagte er.

Und noch etwas war ihm dabei wichtig: dass auf diesem gemeinsamen Weg keiner auf der Strecke bleibt.

Eine besondere Verbindung zur heiligen Anna

Mit dem Namen des neuen Pfarrverbands verbindet Pater Paul auch etwas sehr Persönliches.

Die heilige Anna, die Mutter der Gottesmutter Maria und damit Großmutter Jesu, habe einen besonderen Platz in seinem Herzen. Der Grund dafür ist nicht nur ihre Bedeutung als Patronin des Pfarrverbands: Auch seine eigene Mutter trägt den Namen Anna.

Bei seiner Amtseinführung richtete er deshalb eine persönliche Bitte an die Patronin:

„Heilige Anna, begleite uns auf unserem Weg und bitte für uns.“

Vielleicht könnte man darin auch ein kleines Zeichen sehen: Pater Paul kommt nicht mit dem Anspruch, bereits alles über den neuen Pfarrverband zu wissen. Er möchte seinen Weg hier gemeinsam mit den Menschen beginnen.

Musik gehört zu seinem Leben

Wer Pater Paul kennenlernen möchte, sollte auch seine musikalische Seite kennen.

Er studierte Musik und spielt unter anderem Klavier, Gitarre, Klarinette und Saxophon. Außerdem komponiert er eigene Musik.

In Taufkirchen gründete er die Jugendband „Kirchenrocker“. Gemeinsam mit den jungen Musikern ging es sogar zum Karneval nach Köln.

Musik ist für Pater Paul mehr als ein Hobby. Sie ist eine Möglichkeit, Menschen miteinander zu verbinden und Freude am gemeinsamen Tun zu vermitteln.

Dass Musik auch im neuen Pfarrverband eine Rolle spielen kann, zeigte sich bereits bei seiner Amtseinführung: Der Kirchenchor und das Bläserensemble „Wir Musikanten“ aus Neuching gestalteten den Gottesdienst musikalisch.

Dem Pfarrverband widmete er zum Einstieg sein neuestes Werk „Heilige Anna, geh mit uns!“.

Der Priester auf zwei Rädern

Eine weitere Leidenschaft ist das Motorradfahren.

Pater Paul gründete in Taufkirchen Motorradgottesdienste und machte damit Kirche auch für Menschen erlebbar, die vielleicht nicht regelmäßig den Weg in eine Kirche finden. Der zehnte Motorradgottesdienst bildete im Juni 2026 einen besonderen Höhepunkt seiner Taufkirchner Zeit. Rund 200 Motorradfahrer kamen zu der Veranstaltung.

Pater Paul gehört außerdem dem Motorradclub katholischer Priester „God’s Guards“ an.

Dass Motorradfahren und Glaube für ihn durchaus zusammenpassen, erklärt sich vielleicht am besten durch sein Bild vom gemeinsamen Weg. Kurven, Umwege, Begegnungen und manchmal auch schwierige Strecken gehören zum Leben dazu. Entscheidend ist, dass man den Weg nicht allein geht.

Kreativ – auch wenn es ungewöhnlich wird

Pater Paul hat in Taufkirchen immer wieder gezeigt, dass Seelsorge auch neue und ungewöhnliche Wege gehen kann.

Während der Corona-Pandemie entstanden Online-Gottesdienste und eine mobile Speisenweihe. 2022 organisierte er gemeinsam mit dem damaligen Pfarrverbandsverwaltungsleiter Daniel Helmecke einen Hilfskonvoi für die Ukraine nach Polen.

2024 sorgte er schließlich als „Taxi-Pfarrer“ für bundesweite Aufmerksamkeit. An seinen freien Montagen arbeitete er mehrere Monate als Taxifahrer, um mit seinem Verdienst die Romwallfahrt seiner Ministrantinnen und Ministranten finanziell zu unterstützen.

Auch sein Engagement für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt gehörte zu seinem öffentlichen Wirken.

Ein Pfarrer, der auch Tiere auf Augenhöhe begrüßt

Dass Pater Paul seinen persönlichen und manchmal unkonventionellen Stil auch im neuen Pfarrverband beibehalten möchte, zeigte sich bereits bei seiner ersten Amtshandlung.

Noch vor seiner offiziellen Amtseinführung lud er gemeinsam mit dem Tierschutzverein Landkreis Erding zu einer Tiersegnung am Kanalkreuz an der Brücke ein.

Mit dabei war seine Labrador-Hündin Bella, die ihn seit neun Jahren begleitet.

Für Pater Paul war es eine Premiere: sein erster Wortgottesdienst im neuen Pfarrverband – und gleich eine Tiersegnung. Mit einem Augenzwinkern erklärte er:

„Miauen ist ausdrücklich erlaubt, aber Beißen nicht.“

Hinter dem Humor stand jedoch eine ernsthafte und sehr persönliche Sicht auf die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Tiere seien treue Wegbegleiter, könnten Einsamkeit lindern und Trost schenken.

„Wir Menschen sind nicht Besitzer dieser Welt, nur ein Teil davon“, sagte Pater Paul.

Von Tieren könne der Mensch lernen, im Augenblick zu leben, Vertrauen zu schenken und die Nähe zueinander zu suchen.

Bei der Segnung nahm er sich Zeit für die einzelnen Tiere und begrüßte sie möglichst auf Augenhöhe und mit Namen. Sieben Pferde mit ihren Reitern waren dabei, ebenso Hunde und Katzen. Ein kleines Igelbaby bekam sogar spontan den Namen „Pauli“.

So unscheinbar diese erste Amtshandlung vielleicht wirken mag, sie erzählt viel über den neuen Pfarrer: Seelsorge beginnt für ihn nicht erst an der Kirchentür. Sie findet dort statt, wo Menschen und ihre Lebenswelt sind.

Ein Pfarrer mit vielen kreativen Seiten

Neben Musik und Motorradfahren gibt es noch eine eher stille Seite von Pater Paul: Er schreibt und zeichnet.

Sein erstes Buch trägt den Titel „Lebe Dein Leben – Gedichte, Gebete und Lebensspuren“.

Die Texte, so beschreibt er es selbst im Vorwort, sind nicht am Schreibtisch entstanden, sondern „unterwegs“ – zwischen Menschen, Gesprächen, Krankenhausfluren, Kirchen und Kapellenlicht und in ganz gewöhnlichen Tagen.

Zum Buch gehört sogar ein USB-Stick mit der vertonten und gesungenen Version der Texte.

Wer Pater Paul bisher vor allem als Musiker, Motorradfahrer oder „Kirchenrocker“ kennengelernt hat, entdeckt hier eine nachdenkliche und sehr persönliche Seite.

Am Ende seines Vorworts schreibt er:

„Mögen die Texte dich nicht nur zum Nachdenken bringen, sondern zum Atmen. Nicht nur zum Fühlen, sondern zum Weitergehen. Und vielleicht – an irgendeiner Stelle zwischen Zeilen und Stille – auch zum Vertrauen.“

„Lebe dein Leben“

Diese Worte führen zu seinem persönlichen Motto:

„Lebe dein Leben.“

Darin steckt viel von dem, was Pater Paul ausmacht. Den eigenen Weg mutig gehen, Verantwortung übernehmen, offen für Begegnungen bleiben und dabei den Glauben als Begleiter verstehen.

Priester und Musiker, Ordensmann und Motorradfahrer, Autor und Zeichner – auf den ersten Blick mögen diese Lebensbereiche sehr unterschiedlich erscheinen. Bei Pater Paul verbindet sie jedoch eine gemeinsame Haltung: Menschen begegnen, Gemeinschaft erleben, neue Wege wagen und den eigenen Glauben mitten im Leben leben.

Jetzt beginnt ein neuer Weg

Nach zwölf Jahren in Taufkirchen führt sein Weg nun in den Pfarrverband St. Anna im Moosrain.

Die ersten Tage haben bereits gezeigt: Dieser neue Weg wird nicht nur aus Terminen, Gottesdiensten und offiziellen Anlässen bestehen. Pater Paul möchte die Menschen kennenlernen – ihre Geschichten, ihre Vereine, ihre Traditionen und ihre Vorstellungen davon, was eine lebendige Pfarrgemeinde ausmacht.

Und auch für die Menschen in Moosinning, Neuching, Ottenhofen und Eichenried gibt es nun viel Neues zu entdecken.

Vielleicht ist genau das ein guter Ausgangspunkt für die gemeinsame Zukunft.

Nicht alles muss von Anfang an feststehen. Wichtig ist, miteinander ins Gespräch zu kommen, einander zuzuhören und gemeinsam weiterzugehen.

Denn wenn eines zu Pater Paul Krutschek passt, dann ist es sein eigener Satz:

„Der Weg ist das Ziel.“

Der gemeinsame Weg im Pfarrverband St. Anna im Moosrain hat begonnen.

Hans Markus Wellers (KI-unterstützt)

Bildergalerie

(Quellen: Birgit Lang, Kompass Taufkirchen, Erzdiözese)

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